Der Stolzbessesene fühlt sich unter dauernder Bedrohung. Er fühlt, dass die Fremdlinge nicht nur keinen Respekt vor seinem Stolz haben, sondern absichtlich versuchen, ihn zu zerstören.
Der Stolzbessesene ist sehr stolz auf sich. Am meisten ist er aber auf seinen Stolz stolz. Er unternimmt alles, das in und manchmal außerhalb seiner Macht ist, um seinen Stolz zu verteidigen.
Der Stolzbessesene hat kreideweiße Haut, kreideweißes Haar, kreideweißes Gehirn. Alles, das er sieht, ist kreideweiß. Seine Augen scheinen auch kreideweiß zu sein, aber bei genauerer Untersuchung merkt man, dass seine winzigen Pupillen knallrot sind. Viele Fremdlinge fälschlicherweise glauben oder dummerweise und naiv darauf hoffen, dass er Albino ist. Aber er ist kein Kreideweißgeborener, er ist Kreideweißgewordener.
Der Stolzbessesene ist nie verreist. Er fürchtet, dass jemand in seiner Abwesenheit seinen Stolz verletzen würde. Er beharrt darauf, dass er nicht brauche, zu verreisen, da nirgendwo auf der Welt etwas so majestätisch wie sein Stolz existieren könnte.
Wie schon erwähnt, der Stolzbessesene ständig darauf achtet, dass sein Stolz gut verteidigt und ungefährdet ist. Aus Sicherheitsgründen hat er sich bemüßigt gefühlt, sich Wehrmaterial zu verschaffen. An seinen kreideweißen Haus hat er einen Raum angebaut, wo er seine Artillerie aufbewahrt. Jede Nacht, bevor er schlafen geht, betritt er den Artillerieraum und bewundert schweigend die Geschütze, als ob von Ehrfurcht ergriffen. Manchmal geht er überhaupt nicht schlafen, um die Gewehre zu verehren. Da, in der Dunkelheit, steht er stillt und stellt sich verschiedene Situationen vor, eventuelle stolzgefährdetende Ereignisse, die stattfinden können und werden, und versucht mehrere Interventionstrategien, Ausweichpläne und Notfallkonzepte zu entwickeln, die er in rechtem Moment parat haben würde. Der Stolzbessesene hat jahrelang beim Heer gedient, auf seine Dienst war er auch unglaublich stolz, deshalb verfügte er über die erforderliche Erfahrung und Fachwissen.
Die Fremdlinge ihrerseits halten ihn selbst für einen gefährlichen und bösen Menschen, aber der Stolzbessesene ist sich sicher, dass die Fremdlinge die die größte Gefahr sind und er seine Pflicht erfüllt, wenn er den Stolz verteidigt. Eines Tages hat ein dreister und unverfrorener Fremdling seinen Stolz angeknackst. Bei So einem Fall von rücksichtsloser Frechheit seitens den Fremdlingen ist der Wut vorprogrammiert. Das hat den Stolzbessesenen in Raserei getrieben. Das Knallrot in seinen Pupillen erweitert sich, bis seine ganzen Augen knallrot geworden sind. Dann ist seine Haut knall errötet. Er ist in den Artillerieraum gestürmt, hat eine Büchse genommen, und den Fremdlingen erschossen. Jetzt ist er froh und zufrieden, dass er imstande war, seinen Stolz zu verteidigen.